Was hab‘ ich mir Gedanken gemacht, als ich Vater wurde, was das Wandern, Skitouren gehen etc. mit uns macht. Von „ich werde dick und faul auf der Couch, weil nix mehr geht“ bis zu „dann muss ich eben alles alleine machen“ reichten meine Gedanken. Und jetzt habe ich einen ganz anderen Blick. Es geht doch recht viel, zunächst mit Kraxe und dann immer mehr ohne. Na also, geht doch, zwar anders, aber es geht.

Der Hauptunterschied ist jedoch die Herangehensweise. Für Erwachsene spielt oft das Ziel eine große Rolle. Für Kinder sind die Abenteuer am Wegrand viel wichtiger. 8-jährige Kinder sind immer wieder genervt vom Laufen und haben keine Lust mehr und wir glauben als Eltern ihnen fehle die Kondition. Nein - es ist die Lust. Also Pause machen. Denn Kinder sehen dort im Bach eine Spielmöglichkeit, fragen sich, warum der Baum so schief wächst oder wo Steinböcke denn was fressen können, wenn sie nur am Felsen „rumknabbern“. Sie erleben ihre Welt viel unmittelbarer. Sie erfreuen sich an Hunderten von kleinen Dingen, die wir schon lange nicht mehr sehen, und wollen vieles ausprobieren. Der Weg steht ihnen dann sozusagen im Weg und bleibt auf der Strecke. Wir erfreuen uns an der Natur und am Gipfel - ihnen ist das oft egal.

Also sollte sich die Routenführung für Kinder weniger an technischen, konditionellen Aspekten ausrichten, sondern vielmehr einen permanenten Perspektivwechsel ermöglichen. Dort der Bach, hier die Brücke, ein Spiel- oder Pausenplatz. Der angefressene Tannenzapfen und auch mal die Dreckpfütze.

Die Leistungs- und Zielorientierung müssen wir Erwachsenen rausnehmen und mit unseren Kindern die Schätze der Natur neu entdecken. Ich habe es nicht glauben wollen, aber es macht Spaß – auch wenn es zugegebenermaßen ab und an etwas zäh ist. Insofern gibt es auf unseren Infoseiten einige Tipps für ein spannendes Familienerlebnis, die aus der eigenen Familie oder aus der Erfahrung von geführten Touren herrühren.

Jochen Wilde