Die für uns schönste Feierabendtour ist ganz eindeutig, und hier gibt’s für uns nicht viel zu überlegen, die Wanderung zum Schönkahler Gipfel, oberhalb von Pfronten im Allgäu. Unser persönlicher Lieblingsgipfel kann rund um das Jahr erklommen werden, im Winter mit den Skiern und im Sommer zu Fuß. Mit 1.688 Metern ist dieser Gipfel zwar zugebenermaßen recht niedrig, durch seine besondere Lage eröffnet sich den Gipfelstürmern jedoch eine unvergleichliche und atemberaubende Aussicht auf gleich mehrere Bergwelten. Zu sehen sind unter anderem die Allgäuer und Lechtaler Alpen, das Ammergebirge und das beeindruckende Wettersteinmassiv in Richtung Zugspitze. Bei wolkenlosem Himmel reicht der Blick bis weit hinein ins Appenzeller Land in der Schweiz und bis ins Hohenwiel nach Freiburg auf der deutschen Seite.

Eine Gratwanderung auf der deutsch-österreichischen Grenze

Am späten Nachmittag, pünktlich nach Feierabend, schnappen wir uns die Rücksäcke und packen das nötigste Wanderequipment (eine warme Jacke darf auch im Sommer nicht fehlen!) und etwas zu Essen ein. Für unsere kleine Feierabendtour brauchen wir nicht viel, dennoch wird der Rucksack behutsam gepackt. Rucksack und Wanderschuhe kommen ins Auto und los geht’s! Eine Viertelstunde später stehen wir schon auf dem Parkplatz. Jetzt schnüren wir noch unsere Schuhe und schon geht’s auf einem breiten Forstweg kurz hinter Pfronten im Allgäu aus dem Achtal hinauf. Kurze Zeit später wird der Weg schmaler und somit auch alpiner, wir kommen deswegen gleich so richtig in Bergwanderstimmung. Mitten im Wald steht witzigerweise noch heute ein Schild: Achtung Staatsgrenze. Die meiste Zeit befinden wir uns auf dem Weg nach oben nämlich in Österreich. Oben verläuft die Staatsgrenze exakt über den Gipfel des Schönkahler, was unsere entspannte Feierabendroute zu einer internationalen Wandererfahrung macht.

Malerische Aussicht auf 1.688 Metern

Wir wandern weiter auf weitestgehend schmalen und abwechslungsreichen Pfaden zur leider nicht bewirtschafteten Pfrontner Alpe. Je nach Lust und Laune laden die vorhandenen Bänke zu einer kurzen Rast ein. Der Blick Richtung Süden ist hier bereits wunderschön. Weglos und je nach Intensität der vergangenen Regenfälle geht es für eine kurze Zeit nass weiter. Das schmälert jedoch nicht das Gesamterlebnis. Sobald wir diese besondere Stelle überwunden haben, öffnet sich der Blick in die umliegenden Berge: ganz im Süden können wir bei klarer Sicht mit dem Breiten Grieskogel (3.287 Meter) sogar einen der Stubaier (3.000 Meter) entdecken. Jetzt sind es nur noch ca. 100 Meter bis zum Gipfel, den wir abends unter der Woche regelmäßig für uns allein haben, während es an den Wochenenden hier schon mal etwas voller zugeht. Wir genießen die Aussicht, unseren mitgebrachten Wurschtsalat und vielleicht ein kühles Bier. Jetzt müssen wir uns entscheiden: Warten wir bis zum Sonnenuntergang oder steigen wir bereits vorher ab? Darüber entscheiden dann oft die Temperatur oder auch die geplante Aufstehzeit am Folgetag.

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Abstieg mit der untergehenden Sonne im Rücken

Unabhängig davon geht es nach der Gipfelrast zunächst auf dem gleichen Weg zurück. Wenn wir noch genügend Zeit haben, überqueren wir noch den südlich vorgelagerten Pirschling (1.634 Meter). Dieser Zwischenstopp belohnt uns mit der Aussicht auf einen weiteren Gipfel der Stubaier Alpen, dem Acherkogel (3.007 m). Der restliche Abstieg nach Sonnenuntergang ist dann schnell erledigt. Je nach Tempo und Wetterlage sind wir so manchmal schon nach 3,5 Stunden wieder zu Hause und können den restlichen Abend entspannt und in Erinnerung an die atemberaubenden Landschaften ausklingen lassen.

Unsere alternativen Streckenvarianten für Frühling und Herbst

Wenn die Tour im Frühjahr und Herbst wegen der geringen Tageslänge für uns nicht mehr nach Feierabend möglich ist, dann weiten wir diese von der Feierabendtour immer mal wieder über die schön gelegene Bärenmoosalpe zu einer Tagestour aus. Bei dieser besonderen Tagestour bietet sich uns je nach Saison sogar eine Einkehrmöglichkeit in der Alpe, die nur im Sommer bewirtschaftet ist. Und ein Besuch in dieser Gegend lohnt sich definitiv zu jeder Jahreszeit. Im Frühling blüht es hier bis zum Viehauftrieb herrlich bunt, während sich das Laub der uralten Ahornbäume im Herbst goldgelb verfärbt. Deshalb ist die Strecke zum Schönkahler Gipfel mit der vielseitigen Landschaft zu jeder Jahreszeit ein Erlebnis. Nicht weit entfernt gibt es im Winter auch verschiedene Möglichkeiten zum Skitraining im Allgäu, bei denen wir die schneebedecken Berge bestaunen können.

Beeindruckende Naturlandschaften gibt es auch in deiner Nähe zu entdecken!

Du hast es beim Lesen sicher schon gemerkt: Wir machen des Öfteren schöne kleine und abwechslungsreiche Touren, die unsere Herzen höherschlagen lassen. Auch wenn wir in Alpennähe wohnen, müssen es für uns nicht immer die anspruchsvollen Hüttentouren oder mehrtägigen Skitouren sein. Auch an den Tagen, an denen uns nur wenige Stunden Tageslicht bleiben, nutzen wir nach Feierabend gern die Chance, um zum Abschalten und Entspannen die spektakuläre Kulisse vor der Haustür zu genießen.

Sicher findest du ebenso grandiose Naturlandschaften in deiner Nähe, schau dich einfach mal um. Kleine grüne Inseln vergleichbar mit unserer Feierabendtour lassen sich zum Beispiel auch im Taunus, der Sächsischen Schweiz oder in jedem andere Mittelgebirge finden. Die Vorteile: Du kommst raus in die Natur, hast Spaß und sofern Du eine Alpenüberquerung oder ähnliches planst, sind genau solche Feierabendtouren ideal zur Vorbereitung. Dann solltest du diese Runden allerdings auch ein paar Mal unternehmen, bevor du dich an die Überquerung eines Hochgebirges machst. Aber wer kann bei einem entspannten Training mit Aussicht ins Grüne schon Nein sagen.

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